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Einfache alltägliche Handlungen haben es in sich | Kinder sind unsere Zukunft e.V.
30.11.2017

Einfache alltägliche Handlungen haben es in sich

Lahntaler und Münchhäuser Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ stellt Vorschularbeit vor

Alltägliche Handlungen wie Tischdecken bereiten Kinder auf die Grundschule vor. Wie das funktioniert, haben Eltern während eines Workshops erfahren. 

Brauchen Eltern spezielles Lernmaterial, um die Weichen für eine erfolgreiche Schullaufbahn ihrer Kinder zu stellen? Und braucht es dafür besonders viel Aufwand? Die Antwort von Erziehern aus den fünf Lahntaler und Münchhäuser Kindertagesstätten des Vereins „Kinder sind unsere Zukunft“ ist eindeutig: Nein. Schon alltägliche Handlungen und Spiele fördern Kinder.

Während eines Workshops haben 9 Vertreter des pädagogischen Fachpersonals mehr als 40 Müttern und Vätern neben fachbezogenen Hintergrundinformationen praktische Tipps gegeben, wie auch sie ihre Kinder unterstützen können.

Das gehöre zu einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft dazu, erläuterte Maria Schembecker-Tüns, pädagogische Leitung des Vereins. Während ihres Einführungsreferates verwies sie auf den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan und machte deutlich: „Es gibt Vorläuferkompetenzen, die wichtige Grundlagen für einen guten Start in die Schule sind.“ Diese Kompetenzen gehören unter anderem zu den Bereichen sozial-emotionale Entwicklung, visuelle Wahrnehmung, mathematische Basiskompetenzen und phonologische Bewusstheit.

Da hat es bereits eine einfache alltägliche Handlung in sich: Das Tischdecken beispielsweise deckt Kompetenzen aus allen vier Bereichen ab. Wird das Kind gebeten, beim Tischdecken zu helfen, so wird sofort die sozial-emotionale Entwicklung angesprochen: „Bin ich bereit, meine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und jemand anderem zu helfen? Stelle ich mich der Herausforderung, eine Aufgabe zu übernehmen?“

Auch mathematische Basiskompetenzen sind gefordert, genauer die Eins-zu-Eins-Zuordnung – Voraussetzung, einer Menge die richtige Zahl zuordnen zu können. Jede Person am Tisch bekommt genau einen Teller, eine Gabel, ein Messer und einen Löffel.

Und wie müssen Besteck und Geschirr angeordnet werden? Der Teller in die Mitte, das Messer rechts daneben, die Gabel links daneben, der Nachtisch-Löffel nach oben. Das ist eine enorme Leistung an die Raum-Lage-Wahrnehmung, Teil der visuellen Wahrnehmung. Immer wieder stellten die Erzieher in den Workshops einen Bezug zu den Anforderungen in der Schule her. So machten sie deutlich, wie wichtig es ist, dass ein Erstklässler zwischen links und rechts unterscheiden kann, um zum Beispiel Buchstaben auseinanderhalten zu können. Ob der „Bauch“ links oder rechts vom Strich ist, entscheidet darüber, ob es sich um ein b oder ein d handelt. Auch oben und unten müsse klar sein – um etwa p und d unterscheiden zu können.

Schlussendlich könne aus dem Tischdecken noch ein Spiel mit Sprache gemacht werden: „Hol mir ein Besteckteil, das mit G anfängt, sich auf Kabel reimt und zwei Silben hat.“ Schon werden auch noch Oberbegriffe geübt sowie ein weiterer Kompetenzbereich gefördert, die phonologische Bewusstheit, die Klarheit über die lautlichen Merkmale von Sprache. Auch dieser Bereich sei so wichtig, denn: „Wie soll ein Kind lesen und schreiben lernen, wenn es den Anfangslaut eines Wortes nicht richtig hören oder aussprechen kann?“

Die Beispiele waren einleuchtend, der Praxisbezug klar und die Rückmeldungen der Eltern daher durchweg positiv. Auch die Grundschullehrer aus Sterzhausen und Goßfelden zeigten sich angetan von den fachlichen Kompetenzen und praktischen Bezügen der Erzieher.