23.03.2020

Trotz Corona gibt es viel zu tun in unseren Kindertagesstätten

An Zäunen, Haustüren und Vorgärten erwartete nicht nur die Kindergartenkinder der Villa Kunterbunt in Sterzhausen vor Beginn der Ostertage eine ganz besondere Überraschung. Der Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ e.V. | Lahntal | Münchhausen, dem alle Lahntaler Kindertagestätten sowie die Kindertagesstätte „Kesterburg“ der Gemeinde Münchhausen angehören, ließen von ihren Mitarbeiterinnen Ostergeschenke an die Kleinen verteilen. Bereits eine Woche vor Ostern hatten alle Kinder des Vereins einen Brief bekommen. Darin waren Geschichten, österliche Rezepte und Ausmalbilder. Allen Kindern werden auch bis auf Weiteres die Geburtstagsgeschenke nach Hause gebracht. Die Vorschüler erhalten Hausaufgaben in Form von Förderheften.

Am Gründonnerstag machten sich beipielsweise vier Erzieherinnen der Villa Kunterbunt, Nadine Rakowski, Nadine Skopnik, Michaela Ruppersberg und Sina Brickum mit zwei Bollerwagen auf den Weg, um rund 95 Kindern in Sterzhausen ein Ostergeschenk zukommen zu lassen. Auch die Heimbewohner von „Krafts Hof“ des St. Elisabeth Vereins wurden bei der Oster- Aktion bedacht. Für sie hatten die Erzieherinnen in Gemeinschaftsarbeit ein Gedicht geschrieben, dass sowohl inhaltlich als auch über den fehlenden Besuch während der Osterfeiertage hinwegtrösten sollte.

 

In der Kita Kesterburg in Münchhausen wurde wie in den anderen Einrichtungen auch, in den ersten Tagen der Notbetreuung erstmal nur aufgeräumt, saubergemacht, desinfiziert und endlich einmal all das erledigt wozu man sonst keine Zeit hat, verriet Leiterin Dorothea Messinger. Zudem wurden Gruppenräume neu gestaltet und umdekoriert. Danach habe man sich zusammengesetzt, um Ideen auch schon für die Zeit danach zu entwickeln. Mit maximal fünf Kindern, die das Angebot der Notbetreuung seit dem 16. März in der Kesterburg Anspruch nehmen, wurde zwischenzeitlich ein Hochbeet im Garten bepflanzt. Alle Kinder die derzeit zuhause bleiben müssen, wurden aufgefordert Bilder zu malen und vorbeizubringen.

Dem Aufruf waren auch die Kinder der Kita Pusteblume in Sarnau gefolgt. Sie hängten ihre Bilder nicht nur am Zaun auf, sondern schmückten auch einen Baum mit bunten Regenbogen. Eins der Kinder hatte übers Wochenende sogar einen großen Regenbogen auf das Pflaster vor dem Eingang gemalt. Wir waren gerührt und haben uns sehr gefreut als wir am Montagmorgen in die Kita kamen, sagte Leiterin Corina Schröpfer. Derzeit sind wir wie alle anderen Einrichtungen auch mit der Vorbereitung der Muttertags-/Familiengeschenke- und die Vorschülerabschlussgeschenke beschäftigt. Das Familiengeschenk wird als Bastelset für Familien in einem Brief nach Hause geliefert. Es sei schön einmal mehr Zeit für all die Dinge zu haben, die sonst während des Normalbetriebs nach Feierabend oftmals zuhause erledigt werden müssen.

Über mehr Zeit und Aufmerksamkeit freuen sich derzeit auch die Kinder der Notbetreuung Lummerland in Caldern. Die Kinder genießen nicht nur die neue Situation, sie haben auch ein großes Abschiedsplakat für Erzieherin Regina Duske gemalt. Sie wurde in der vergangenen Woche von Bürgermeister, Manfred Apell und von der kaufmännischen Leiterin, Simone Karcher nach ihrer 28-jährigen Tätigkeit als Erieherin in der Gemeinde Lahntal in den Ruhestand verabschiedet. Auch hier ziert derzeit eine große Bilderwand die Umzäunung des Spielplatzes. Auf dem Spielplatz geniessen die Kinder der Notbetreuung ihre vielfältigen Möglichkeiten. Derzeit können sie sogar ihre Spiele selbst auswählen.

Tolle Ideen angesichts der Lage hat auch das Team von Leiterin Manuela Schmidt- Ligia in der Mäuseburg Goßfelden entwickelt.

Beispielsweise können alle Kinder, die zuhause bleiben müssen, über You- Tube erfahren, wie sehr sie von ihren Erzieherinnen vermisst werden. Zuzeit steht vor der Eingangstür der Mäuseburg die Aktion „Naturschatzsuche“ zum Mitmachen für alle Kinder bereit. Ein dort aufgestelltes Ideenglas versorgte in der Vergangenheit auch die Eltern der Kinder mit Ideen zur Freizeitgestaltung. Die Eltern werden auch regelmäßig über Telefon kontaktiert und gefragt, wie sie mit der Betreuung klarkommen. Über diesen Weg erfuhren sie beispielsweise von einer „Fotoschnitzeljagd mit Laufzettel“ an der alle Kinder teilnehmen konnten, die zurzeit nicht in den Kindergarten gehen dürfen.

Auch in der Kinderkrippe „Blaue Villa“ in Sterzhausen geht seit der Corona- Krise der Tagesablauf ganz normal weiter. Zwei Erzieherinnen stehen immer ab 6.30 Uhr bereit. Alle anderen befinden sich abwechselnd im Home- Office. In den vergangenen Wochen nahmen nur drei Kinder unter drei Jahren täglich das Notbetreuungs- Angebot entgegen. Mit ihnen wurde viel draußen unternommen. Auch Waldspaziergänge gehören dazu, erzählte Leiterin Sabrina Gollan. An die Kinder die zurzeit nicht in die Krippe kommen können haben wir ebenfalls gedacht. Sie wurden beispielsweise aufgefordert Steine zu bemalen, die dann die Eltern vorbei gebracht haben. Jetzt haben wir vor dem Haus eine lange Reihe schöner bunter Steine. Zudem haben wir den Eltern Liedtexte übersandt, die sie zuhause mit ihren Kindern einstudieren konnten. Jetzt hoffen alle, dass sie bald wieder zusammen singen können.